Müssen wir jeden mögen, Hartmut Samtleben? Wie Zusammenarbeit auch ohne Sympathie gelingt
Podcast „Diese schwierigen Menschen“ · Episode 50
Es gibt Kollegen, mit denen funktioniert Zusammenarbeit fast von selbst. Und dann gibt es Menschen, bei denen schon nach wenigen Begegnungen Distanz entsteht. Vielleicht haben sie gar nichts Besonderes getan – und trotzdem fällt es schwer, mit ihnen zusammenzuarbeiten.
Wie gelingt der Umgang mit Kollegen, die man nicht mag? Müssen wir Kollegen überhaupt mögen, damit Zusammenarbeit gelingt? Oder geht es vielmehr darum, Beziehungen bewusst zu gestalten?
In dieser Jubiläumsfolge spreche ich mit Coach und Autor Hartmut Samtleben darüber, warum Sympathie keine Voraussetzung für gute Zusammenarbeit ist. Gemeinsam gehen wir der Frage nach, weshalb wir manche Menschen spontan ablehnen, warum sich dieser erste Eindruck oft hartnäckig hält und wie Beziehungen im Arbeitsalltag so gestaltet werden können, dass Zusammenarbeit möglich bleibt – auch dann, wenn wir unser Gegenüber vermutlich nie zu unseren Lieblingskollegen zählen werden.
Inhalte dieser Folge
- Müssen wir jeden mögen, damit Zusammenarbeit gelingt?
- Warum mögen wir manche Menschen sofort nicht?
- Warum unser erster Eindruck oft so hartnäckig bleibt.
- Wie können wir Beziehungen bewusst gestalten?
- Welche Rolle spielt Führung?
- Wann ist Gehen die bessere Entscheidung?
Müssen wir Kollegen überhaupt mögen?
Viele Menschen setzen gute Zusammenarbeit unbewusst mit Sympathie gleich. Genau diese Annahme stellen wir in dieser Folge infrage.
Hartmut Samtleben bringt es gleich zu Beginn auf den Punkt: Wir müssen nicht jeden mögen. Entscheidend ist vielmehr, ob wir einen professionellen und zugleich menschlichen Umgang miteinander entwickeln können. Gerade der Umgang mit Kollegen, die man nicht mag, beginnt nicht mit Sympathie, sondern mit der Bereitschaft, Beziehungen bewusst zu gestalten.
Umgang mit Kollegen, die man nicht mag: Warum wir sie spontan ablehnen
Manche Menschen erscheinen uns sympathisch, andere lösen schon nach kurzer Zeit Widerstand aus. Oft liegt das nicht am Verhalten unseres Gegenübers, sondern an unseren eigenen Erfahrungen, Bewertungen und Denkmustern.
Im Gespräch schauen wir darauf, warum unser Gehirn Menschen so schnell einordnet, weshalb der erste Eindruck häufig bestehen bleibt und wie wir uns wieder stärker auf Beobachtungen statt auf vorschnelle Bewertungen konzentrieren können. Gerade im Arbeitsalltag eröffnet das neue Handlungsmöglichkeiten.
Man kann nicht keine Beziehung zu Kollegen und Mitarbeitenden haben
Einer der Gedanken, die mich aus diesem Gespräch besonders begleitet haben, lautet:
Wir können mit einem Menschen nicht keine Beziehung haben.
Die eigentliche Frage ist deshalb nicht, ob wir eine Beziehung haben, sondern welche.
Genau an diesem Punkt setzt Beziehungsgestaltung an. Sie bedeutet nicht, jeden Menschen mögen zu müssen. Sie bedeutet, Beziehungen so zu beeinflussen, dass Zusammenarbeit möglich wird und wir unsere eigene Handlungsfähigkeit erhalten.
Welche Rolle Führung für Beziehungen im Team spielt
Beziehungen entstehen nicht nur zwischen einzelnen Menschen. Führungskräfte und Organisationskultur beeinflussen maßgeblich, wie Zusammenarbeit in Teams erlebt wird.
Wir sprechen darüber, warum Vertrauen und psychologische Sicherheit dazu beitragen, dass Menschen authentisch bleiben können, weshalb gute Führung klare Grenzen setzt und warum genau dieses Zusammenspiel entscheidend dafür ist, ob Teams miteinander oder gegeneinander arbeiten.
Wann Beziehungsgestaltung an ihre Grenzen stößt
So wichtig Beziehungsgestaltung auch ist – sie kann nicht jede Situation lösen.
Manchmal belasten Beziehungen dauerhaft unsere Gesundheit, unsere Motivation oder unsere Handlungsfähigkeit. Dann kann auch die Entscheidung, ein Team oder einen Arbeitsplatz zu verlassen, ein sinnvoller Schritt sein.
Genau dieser Gedanke bildet den Übergang zu den nächsten Podcastfolgen, in denen es um die Frage geht, wann ein beruflicher Neuanfang die bessere Entscheidung sein kann.
Wenn Sie dieses Thema interessiert, könnten auch diese Podcastfolgen spannend sein:
- Folge 48: Wie bleibe ich handlungsfähig im Umgang mit schwierigen Menschen? – im Gespräch mit Beate Maes
- Folge 44: Verbale Aggression im Arbeitsalltag: Wie Teams stabil oder instabil werden – im Gespräch mit Hartmut Samtleben
- Folge 32: Unsympathische Kollegen und Mitarbeitende
- Folge 43: Generationenkonflikte im Team – Wenn Arbeit neu verhandelt wird
Mehr zu Hartmut Samleben:
Link zu Hartmut Samtlebens Buch „Verbale Aggression im Beruf bewältigen„




